Airbus gab den Jungfernflug des ersten Eurofighters bekannt, den die deutsche Luftwaffe im Rahmen des Projekts Quadriga erworben hat. Dabei werden 38 Jets der Tranche 4 beschafft, um das älteste im Einsatz befindliche Flugzeug zu ersetzen.
Der erste Eurofighter Typhoon der Tranche 4 für die deutsche Luftwaffe absolvierte seinen Jungfernflug vom Airbus-Werk in Manching, Deutschland, gab das Unternehmen am 15. Juli 2026 bekannt. Airbus prüft nun die Auslieferung des Jets, des ersten im Rahmen des Quadriga-Programms beschafften Jets, noch in diesem Jahr.
Im Rahmen des Projekts Quadriga gab der Dienst im November 2020 bekannt, dass er 38 neue Tranche-4-Eurofighter erwerben werde, die eine gleiche Anzahl der älteren Tranche-1-Jets der Luftwaffe ersetzen sollen. Airbus bezeichnete den Erstflug der neuen Eurofighter-Tranche nun als „einen riesigen Schritt vorwärts für die europäische Verteidigung und Souveränität“.
Auch an der Tranche 5, die zwischen 2031 und 2034 ausgeliefert werden soll und einen Teil der Tornado-ECR-Flotte (Electronic Combat and Reconnaissance) der Luftwaffe ersetzen soll, laufen bereits die Arbeiten. Der Rest der Flotte wird durch den speziellen Eurofighter EK (Elektronischer Kampf) zur Unterdrückung feindlicher Luftverteidigung (SEAD) ersetzt, wobei Airbus 15 der älteren Eurofighter der Luftwaffe auf diesen Standard umrüsten wird.
Der erste Airbus Quadriga Eurofighter (Tranche4) für das Team Luftwaffe hat offiziell seinen Jungfernflug absolviert! 🛫Dies ist nicht nur ein Meilenstein für das Programm – die Beförderung dieses neuen Baustandards in die Luft ist ein großer Fortschritt für die Verteidigung und Souveränität Europas. Mit… pic.twitter.com/QWpc4szEfx
Erstflug der Luftwaffe Eurofighter Tranche 4
Weitere getestete Systeme waren Cockpit-Instrumentierung, Navigations- und Kommunikationssysteme. Das Militärflugzeugzentrum von Airbus in Manching fertigt derzeit 58 Eurofighter, darunter die bereits erwähnten 38 Tranche-4- und 20 Tranche-5-Flugzeuge Deutschlands, deren Vertrag im Oktober 2025 unterzeichnet wurde.
Von den 38 Quadriga-Jägern wären 30 Einsitzer und acht Doppelsitzer. Hartpunkt fügte hinzu, dass die Auslieferung der 38 Jäger bis 2030 abgeschlossen sein werde.
Eine fliegende Formation eines Eurofighters der Luftwaffe während einer Trainingsmission. (Bildquelle: Deutsche Luftwaffe)
Airbus betont seit langem die wirtschaftliche Dimension des Projekts und weist darauf hin, dass die deutschen Quadriga- und spanischen Halcon-Programme in beiden Ländern 7.800 direkte Arbeitsplätze schaffen, ihr BIP um 6,5 Milliarden Euro steigern und 3,6 Milliarden Euro an Steuereinnahmen generieren. Die entsprechenden Zahlen für die Programme Tranche 5 und Halcon II belaufen sich auf 19.500 Arbeitsplätze, 15,3 Milliarden Euro bzw. 8,2 Milliarden Euro.
ECRS-Radar auf Tranche-4- und Tranche-5-Jets
Der Flug des ersten Quadriga-Jets erfolgt parallel zu den Tests des European Common Radar System (ECRS) Mk 1 Active Electronically Scanned Array (AESA)-Radars – auch bekannt als E-Scan – auf dem Teststand des Airbus A320 Advanced Technology Research Aircraft (ATRA). Das Radar wird auch unabhängig von Spanien getestet, wobei im Dezember 2024 zum ersten Mal ein Taifun der spanischen Luft- und Raumfahrtstreitkräfte (SASF) mit dem neuen Radar fliegt.
Das ECRS verfügt über drei Varianten: ECRS Mk.0, mit dem derzeit kuwaitische und katarische Eurofighter Typhoon ausgerüstet werden; ECRS Mk.1, gedacht für den Eurofighter im Rahmen des deutschen Projekts Quadriga, Tranche 5 und der spanischen Halcon-Varianten; und das ECRS Mk.2 mit elektronischer Kriegsführung und elektronischer Angriffsfähigkeit, das für die Royal Air Force des Vereinigten Königreichs entwickelt wird.
Indra und Hensoldt, die gemeinsam an der Mk-1-Variante arbeiten, berichteten im Juni 2025, dass sie die Produktion der „Advanced Processor and Antenna Power Supply and Control (APSC)-Subsysteme“ der ersten ECRS Mk1-Radareinheiten abgeschlossen haben. Hensoldt hatte gesagt, dass die ersten Radarmodelle in der Mk1 Step 1-Stufe auf dem ATRA umfangreiche Qualifizierungs- und Flugtests durchlaufen werden, die Serienproduktion sei für Sommer 2025 geplant.
Das ECRS Mk.1 verfügt über Funktionen zur elektronischen Kriegsführung, einen Mehrkanalempfänger, ein größeres Scanfeld, eine verbesserte Zielvorgabe und einen größeren Erkennungsbereich.