Veröffentlicht am 27.07.2026 – 13:20 GMT+2
Der Mutterkonzern der bekannten Haushaltsbatteriemarke Varta teilte am Freitag mit, dass er beim Amtsgericht Stuttgart die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt habe.
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Der deutsche Batteriehersteller mit Sitz in Ellwangen sagte, der Grund für die Einreichung sei ein erwartetes strukturelles Finanzierungsdefizit ab 2027 und nicht die unmittelbare Unfähigkeit, seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
Das Unternehmen nannte deutlich schlechtere Marktbedingungen, schwächere Nachfrage, ungünstige Wechselkursbewegungen und zuletzt „die Entscheidung eines wichtigen Kunden, die Partnerschaft zu beenden“ als Faktoren, die sich auf seine Geschäftstätigkeit auswirken.
Berichten von Reuters und deutschen Medien zufolge ist Apple der wichtigste Kunde, der sich Berichten zufolge entschieden hat, wiederaufladbare Knopfbatterien von CoinPower für seine AirPods in China zu beziehen.
Vorstandsvorsitzender Michael Ostermann sagte: „Die VARTA AG stand in den letzten Quartalen vor großen Herausforderungen. Wir als Vorstand und Geschäftsführung sind uns unserer Gesamtverantwortung gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Investoren bewusst und arbeiten mit aller Kraft daran, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten, die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens sicherzustellen und bestmögliche Perspektiven für alle Stakeholder zu schaffen.“
Varta ist ein Privatunternehmen, nachdem es im März 2025 im Rahmen eines früheren Umstrukturierungsplans von den Börsen Frankfurt und Wien dekotiert wurde. Die Umstrukturierung wurde im April 2025 für abgeschlossen erklärt.
Reuters berichtete außerdem, dass Varta-Aktionäre, darunter der Sportwagenhersteller Porsche AG und der österreichische Investor Michael Tojner, sich geweigert hätten, dem angeschlagenen Unternehmen zusätzliche Finanzmittel bereitzustellen.
Welche Unternehmensteile sind betroffen?
Varta sagte, die Produktion werde weitergeführt und die Mitarbeiter würden weiterhin ihre Gehälter und Löhne erhalten.
Das profitable Heimbatteriegeschäft Varta Consumer Battery wird rechtlich abgetrennt und vom Verfahren ausgeschlossen. Allerdings werden drei operative Tochtergesellschaften zusammen mit der Muttergesellschaft durch separate Anträge abgedeckt: Varta Microbattery, Varta Micro Production und Varta Storage.
Der CEO erklärte, dass der Energiespeichermarkt für das Unternehmen weiterhin eine zukunftsorientierte Branche sei.
Das Amtsgericht Stuttgart bestellte Tobias Wahl, Rechtsanwalt des Sanierungsunternehmens Anchor, zum Interimsbetreuer. Im Rahmen der Eigenverwaltung behält das Varta-Management die Kontrolle über das Unternehmen, während Wahl im Namen der Gläubiger die Verfahren überwacht.