Deutschland warnt Verteidigungsindustrie vor russischer Spionagegefahr – Eurasia Review

Deutschland warnt Verteidigungsindustrie vor russischer Spionagegefahr – Eurasia Review

Von Alice Tidey

Wichtigste Erkenntnisse: Erhöhte Bedrohung für den deutschen Verteidigungssektor: Der deutsche Inlandsgeheimdienst warnte, dass Verteidigungs- und Sicherheitsunternehmen einem erhöhten Risiko von Spionage, Sabotage und möglichen Angriffen im Zusammenhang mit Russland ausgesetzt seien, was durch das März-Abkommen zur Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine noch verstärkt werde. Spezifische Methoden und Bedenken: Russische Akteure nutzen zunehmend niedrigrangige Agenten, die über Messaging-Apps, Phishing/Social Engineering und kommerziell verfügbare Standortdaten rekrutiert werden, um Personal zu verfolgen. Hochrangige Führungskräfte wie Rheinmetall-Chef Armin Papperger stehen aufgrund früherer mutmaßlicher Anschläge weiterhin unter Schutz. Umfassendere Risiken und Empfehlungen: Das Gutachten weist auch auf laufende Bemühungen zur Umgehung von Sanktionen hin, die auf westliche Technologie abzielen, sowie auf potenzielle Bedrohungen durch pro-palästinensische und linke Extremisten; Unternehmen werden aufgefordert, die Cybersicherheit, die Mitarbeiterschulung und die physische Sicherheit zu stärken und persönliche Informationen im Internet einzuschränken.

(EurActiv) – Der deutsche Inlandsgeheimdienst warnte am Donnerstag, dass Sicherheits- und Verteidigungsunternehmen einem erhöhten Risiko von Spionage, Sabotage und möglichen Angriffen im Zusammenhang mit Russland ausgesetzt seien.

Die Agentur sagte in einer Sicherheitswarnung, dass die Bedrohung nach einer Vereinbarung zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im März zur Vertiefung der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit weiterhin hoch sei.

Er sagte, eine aktuelle Veröffentlichung des russischen Verteidigungsministeriums, in der deutsche Unternehmen aufgeführt seien, sei als Reaktion auf den Deal zu sehen.

In dem Gutachten wurde die wachsende Besorgnis hervorgehoben, dass russische Staatsakteure und ihre Stellvertreter verteidigungsbezogene Unternehmen und militärische Infrastruktur in Deutschland angreifen, und warnte, dass gezielte Angriffe gegen Einzelpersonen, insbesondere leitende Angestellte, je nach Verlauf des Krieges in der Ukraine nicht ausgeschlossen werden könnten.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger steht seit 2022 unter Polizeischutz. US-Behörden haben Deutschland auf einen mutmaßlichen russischen Mordanschlag auf ihn im Jahr 2024 aufmerksam gemacht.

Die Agentur nahm auch die jüngsten Festnahmen durch die Bundesanwaltschaft sowie mutmaßliche Spionage- und Sabotagevorfälle zur Kenntnis, darunter den Fund einer Kamera in der Nähe einer deutsch-britischen Militäreinheit.

Russische Geheimdienste greifen zunehmend auf sogenannte „Low-Level-Agenten“ zurück, ungeschulte Leute, die über Messaging-Plattformen gegen geringe Zahlungen rekrutiert werden. Phishing-Kampagnen, die über verschlüsselte Messaging-Dienste durchgeführt werden, zeigen auch, dass Social Engineering – die Manipulation von Personen zur Preisgabe von Informationen oder zur Durchführung schädlicher Handlungen – nach wie vor eine wirksame Angriffsmethode ist, so die Agentur.

Es warnte außerdem davor, dass ausländische Geheimdienste kommerziell verfügbare Standortdaten nutzen könnten, um Personen zu verfolgen, die in sensiblen Sektoren arbeiten, und dass diese Daten „ausreichen könnten, um Reise-, Aufenthalts- und Bewegungsprofile“ von Mitarbeitern des Verteidigungssektors abzuleiten.

„Umso wichtiger sind gezielte Sensibilisierungskampagnen zu neuen Vorgehensweisen und regelmäßige Schulungen zum sicheren Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere in sensiblen Sektoren wie der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie“, heißt es in der Stellungnahme.

Die Mitarbeiter wurden aufgefordert, die Informationen, die sie online weitergeben, einzuschränken und bei Reisen ins Ausland Vorsicht walten zu lassen, insbesondere in Ländern, in denen „Behörden manchmal über weitreichende Befugnisse verfügen“, darunter das Recht, „gemäß den örtlichen Gesetzen rechtmäßig auf den Internet- und Mobilfunkverkehr zuzugreifen sowie Daten abzufangen und zu überwachen“.

Die deutschen Behörden haben gewarnt, dass Sanktionsumgehungsnetzwerke weiterhin westliche Technologie und Fachwissen für die russische Rüstungsindustrie suchen. Die Agentur warnte außerdem vor möglichen Bedrohungen seitens pro-palästinensischer Extremisten und gewalttätiger Linksextremisten, die sich gegen Rüstungsunternehmen richten, die mit den militärischen Aufrüstungsbemühungen Israels oder Deutschlands in Verbindung stehen.

Er forderte die Unternehmen auf, die Cybersicherheit, die Mitarbeiterschulung und die physischen Sicherheitsmaßnahmen zu stärken.

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